Dörte Hansen: Broder
Broder Bahnsen wollte nie etwas anderes, als Bauer zu werden und den Hof seines Vaters zu übernehmen. Jedoch muss er den elterlichen Bauernhof seinem wenige Minuten älteren Zwillingsbruder Henning überlassen, wird stattdessen Tierarzt und verlässt das Dorf. Nach mehr als zwanzig Jahren kehrt er in seine Heimat zurück und kümmert sich schließlich auch um die Kühe seines Bruders Henning, dessen moderner, auf maximale Milchleistung ausgerichteter Betrieb zunehmend Probleme bereitet. Dabei gerät Broder zunehmend in einen Konflikt zwischen seiner eigenen Vergangenheit, seinem Platz in der Familie und der modernen Form der Landwirtschaft, die immer stärker im Widerspruch zu seinen eigenen Vorstellungen steht.
Wie schon in ihren früheren Romanen überzeugt Dörte Hansen mit einer präzisen, klaren und zugleich poetischen Sprache. Die melancholische Atmosphäre, geprägt von der rauen norddeutschen Landschaft, zieht sich durch den gesamten Roman. Besonders eindrucksvoll sind die warmherzig gezeichneten Figuren, die detaillierten Einblicke in das Dorfleben und die differenzierte Darstellung der Landwirtschaft. Obwohl der Roman ohne großen Spannungsbogen auskommt, bleibt er durchgehend fesselnd. „Broder“ ist eine stille, atmosphärische Erzählung über Familie und Heimat, von Abschied und Neuanfang und vom Konflikt zwischen Tradition und Moderne.
Sie finden das Buch im Romanbereich im 1. OG der Bibliothek, unter "Bewährte Unterhaltung".