Bijan Moini: 2033
Deutschland, 2033. Die rechtsextreme Partei AUFSTAND stellt die Bundeskanzlerin. Als die junge Anwältin Marie Wigand ihrer Chefin bei einem neuen Strafprozess assistieren soll, ahnt sie noch nichts von seinem historischen Ausmaß. Die Generalsekretärin der einzigen Oppositionspartei REFORM wird angeklagt, hinter einem Bombenanschlag auf die Parteizentrale des AUFSTANDs zu stecken.
Doch schnell stellt sich heraus, dass es nicht allein um Schuld oder Unschuld geht: Sollte die Politikerin verurteilt werden, droht ein Verbot ihrer Partei – und der Weg für den AUFSTAND wäre frei, das Grundgesetz abzuschaffen. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt, und Marie findet sich in einem Kampf zwischen David und Goliath wieder, in dem es auch für sie selbst immer gefährlicher wird, denn, wer sagt die Wahrheit, wer lügt und: "Was ist überhaupt die Wahrheit?"
Parallel dazu liest man von einer Entwicklung, die so ähnlich in Deutschland schon einmal passiert ist: die Gerichte haben immer weniger Kompetenzen, das Holocaust-Mahnmal in Berlin wird abgebaut, die Rechte von Menschen, mit doppelter Staatsbürgerschaft werden eingeschränkt, die Anerkennung von Berufserlaubnissen wird erschwert und der Entzug des Rechts, in Deutschland zu leben wird juristisch abgesichert.
Auch wenn das Buch streckenweise etwas langatmig ist und manches etwas überzogen wirkt, entwirft der Autor ein spannendes und beunruhigendes Zukunftsbild unserer Demokratie – und genau das macht den Roman so eindrucksvoll.
Standort: 1. Obergeschoss, Moderne Unterhaltung