Welsh, Renate: Ich ohne Worte
Renate Welsh über ihren Schlaganfall
Eine Autorin verliert die Sprache. Von diesem Alptraum erzählt die renommierte Kinderbuchautorin Renate Welsh in der Erzählung "Ich ohne Worte".
Die 85-Jährige erzählt darin von einem Schlaganfall, den sie in Italien erlitten hat. Sie ist sich fremd, sie erlebt das Ausgeliefertsein an ihren Zustand, nicht mehr kommunizieren zu können, erst wieder anfangen müssen, zu gehen und zu sprechen. Intensiv erfährt der Leser von ihrer langsamen Rehabilitation, den damit verbundenen Ängsten, Rückschlägen und Ausnahmesituationen, die ihre ganze Kraft forderten und sie immer wieder auch überforderten.
Das Buch ist einerseits der Bericht einer ganz persönlichen Tragödie und ihrer Überwindung, andererseits eine Mut machende Auseinandersetzung mit sich selbst und einem Prozess des sich mit einer Behinderung Annehmens und der Erkenntnis Hilfe zu brauchen und annehmen zu können.
Sie beschreibt diese Zeit nicht als Klage sondern eher distanziert, sie schaut sich selbst zu, sie berät mit sich selbst - und sie findet langsam zurück zu den Worten, zu der Hoffnung und zu neuen Gedanken.
Denn am Ende ist vieles doch anders geworden, denn auch sie ist eine andere geworden.
Standort: Biographie, 1. OG